Es war an einem lauen Sommerabend, als wir zu viert mit dem Auto von Acireale (Sizilien) nach Catania fuhren. Wir hatten von einem kleinen Lokal gehört, in dem man sehr gut essen soll.
Es war für uns etwas schwierig das Lokal zu finden, denn es befand sich in einer der vielen kleinen Seitenstraßen, die von der Haupteinkaufsstraße, der Corso Umberto, abging.
Unser Freund, der Fahrer, der sich in Catania nicht besonders gut auskannte, verfuhr sich einige Male. Die Nacht brach langsam herein und wir fuhren immer noch durch den chaotischen Verkehr, als wir plötzlich vor einer Straßensperrung standen. Wir hatten nur die Möglichkeit nach rechts abzubiegen und kamen so in eine kleine, dunkle Gasse. Jede zweite Straßenbeleuchtung funktionierte nicht und wenn es um diese Uhrzeit nicht noch ein paar Geschäfte gegeben hätte, die noch geöffnet waren und durch deren Beleuchtung ein wenig Licht auf den Straßenbelag fiel, hätten wir kaum erkannt wo wir uns befanden.Jeden von uns überkam ein ungutes Gefühl. Wir ahnten wo wir uns befanden, aber keiner sprach es aus. Wir hatten alle von diesem Viertel schon gehört oder in der Zeitung gelesen, doch dass es so schrecklich, so heruntergekommen aussieht, konnte sich keinerauch nur in seinen kühnsten Träumen vorstellen. Wir waren in dem Viertel gelandet, welches fest in den Händen der Mafia war und ist. Hier sind die Großen der Mafia aus Catania aufgewachsen. Hier hatten sie sich bis zu ihrer Festnahme versteckt. (Dort leben auch heute noch viele Mitglieder und Kleinkriminelle, die dem Clan dieser Stadt zugehörig sind.)
San Cristofero heißt dieses Viertel, und dorthin begibt man sich normalerweise nicht freiwillig. Unser Freund, der Fahrer, als er sich dessen bewusst wurde, wo wir uns also befanden verriegelte von innen die Autotüren und meine Freundin und ich rutschten auf der hinteren Sitzbank immer weiter nach unten.
Motorroller, auf denen jeweils 2 junge Männer saßen, fuhrenan unserem Wagen in hoher Geschwindigkeit rechts und links vorbei. Nachdem sie uns überholt hatten, drehten sie vor unserem Wagen und schossen, so schnell wie sie gekommen waren, wieder in die andere Richtung an uns vorbei.
Meinen Mann, den ich von meiner immer tiefer werdenden Sitzposition aus, wegen der Kopfstütze, kaum noch sehen konnte, räusperte sich; und wenn er das tut, weiß ich, dass er unruhig wird.
Meine Freundin neben mir schien kaum noch zu atmen.
„Wir müssen von hier so schnell wie möglich weg“, sagte unser Freund, der Fahrer.
Doch jede Straße glich der anderen. Heruntergekommen, schmutzig und dunkel.
Vor einigen Häusern saßen ältere Männer auf ihren Stühlen vor den Hauseingängen. Ihre Blicke verfolgten uns, denn unser Auto fiel jedem auf. Mercedes, neu und unverbeult.
Diese Blicke ließen uns nicht los, und immer wieder diese Roller, auf denen junge Männer saßen, die uns zu verfolgen schienen.
Wir drehten uns im Kreis und kamen aus diesem Viertel einfach nicht heraus.
Mir wurde heiß und ich lies automatisch die Autoscheibe herunter.
„Mach sofort wieder zu“, schrien die anderen drei, wie auf Kommando gleichzeitig. Ich zuckte zusammen und tat wie mir befohlen.
Plötzlich sagte mein Mann: „Ich glaube hier waren wir schon.“
Unser Freund, der Fahrer, hielt den Wagen an. Auch er wusste nicht mehr weiter…. Und wieder umkreisten uns die Motorroller.
Plötzlich hörten wir einen kurzen,schrillen und sehr lauten Pfiff.
Die jungen Männer ließen die Motoren ihrer Roller laut aufheulen und verschwanden in alle Richtungen. Kein Mensch war weit und breit mehr zu sehen. Wir waren von einem Moment auf den anderen alleine in dieser dunklen Gasse. Kurz darauf öffnete sich in Höhe unseres Wagens auf der rechten Seite der Straße eine Haustür und das Licht des Treppenhauses warf einen langen Schatten eines großen und kräftigen Mannesauf die Straße.
Der Mann trat heraus und kam auf uns zu. Er trug eine schwarze Hose und seinen breiten Oberkörper schmückte ein weißes Unterhemd, welches die Pracht seiner Brusthaare nur halb bedeckte.
Seine rechte Hand steckte in der Hosentasche und in der anderen hielt er eine Zigarette. Wie gebannt schauten wir vier zu ihm und unser Freund, der Fahrer, erzählte später, dass er in dieser Situation wie gelähmt war, denn ich fragte ihn später, ob ihm in diesem Moment nicht der Gedanke gekommen sei, einfach loszufahren.
Jedenfalls war der Mann dann doch schneller neben unserem Auto, als uns lieb war.
Er klopfte an die Scheibe. MeinMann ließ die Scheibe ganz langsam herunter.
Meine Freundin neben mir, die wahrscheinlich in den letzten Minuten nur zweimal Luft holte, saß plötzlich kerzengerade in ihrem Sitz.
Mein Mann löste seinen Sicherheitsgurt und wollte schon die Autotür öffnen, als der Mann fragte:
„Haben Sie sich verfahren?“
Mein Mann nickte nur kurz.
„Sie sollten sich in diesem Viertel nicht lange aufhalten. Es ist nicht ganz ungefährlich für Fremde hier.“
Er erklärte uns dann anschließend den Weg nach „draußen“ und wünschte uns noch einen schönen Abend, den wir dann auch noch in diesem kleinen gemütlichen Lokal, welches nur 2 Minuten von dem Viertel „San Cristofero“ entfernt ist, hatten.
Moral von der Geschicht: Nicht alle Menschen, die in solchen Vierteln leben, wie sie es auf der ganzen Welt gibt, sind schlechte Menschen.
Sizilianer sind eben auch nur Menschen
Sizilianer sind auch nur Menschen(Teil 1)
(Straßenverkehr)
Ob ein Sizilianer sich wesentlich von einem Italiener unterscheidet, kann ich nicht wirklich beurteilen. Ich kenne nur Sizilien und seine Bevölkerung und kann sie deshalb nicht mit den Italienern vergleichen. Die Sizilianer sagen aber auch von sich selbst, dass sie keine Italiener sind, und warum sollte ich ihnen das nicht auch glauben. Jedenfalls sind sie ein sehr interessantes Völkchen.
Disziplin scheint für sie ein Fremdwort zu sein. Auf den Straßen herrscht die Regel:
Wer zuerst kommt, fährt zuerst. Ich brauche lange dazu, um mich mit dieser Regel abzufinden. Teilweise blockiere ich den Verkehr, da ich mich an die Vorschriften halte und es durch mich kein Vorankommen gibt. Halte ich an einem Stoppschild werde ich doch tatsächlich von den Hintermännern überholt. Rechts vor links existiert schon mal überhaupt nicht, da es einem unmöglich ist, zu erkennen, ob man sich auf einer Vorfahrtsstraße befindet oder nicht. Verkehrsschilder unauffindbar. Stoppschilder werden nicht beachtet, da man die Linien auf den Straßen kaum noch erkennen kann. Es kann ja sein, dass sie gar nicht mehr gültig sind.
Betrete ich einen Zebrastreifen überkommt mich unweigerlich das Gefühl, dass die Autofahrer denken: Mal sehen ob man sie genau auf dem Zebrastreifen erwischen kann. Jemand sollte der Straßenverkehrsbehörde den Vorschlag machen, die Zebrastreifen Zielstreifen zu nennen. Da weiß man wenigsten auf was man sich einlässt, wenn man sie betritt.
Die meisten Städte auf Sizilien haben einen alten, barocken Stadtkern und aus diesem Grunde sind die Parkmöglichkeiten sehr eingeschränkt, und da der Sizilianer sehr geh faul ist, wird dann schon mal in der zweiten Reihe geparkt, was aber niemanden zu stören scheint. Keiner regt sich darüber auf, auch wenn der Verkehr dadurch behindert wird, da jeder so verfährt. Auch wird sich schnell mal quer in eine Parklücke gestellt, da die Erledigung nur ein paar Minuten dauert und das ordnungsgemäße Einparken wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen würde.
Auch wenn man in der zweiten Reihe keine Parkmöglichkeit findet, benutzt man nicht die kostenlosen großen Parkplätze, die sich etwas außerhalb des Stadtkerns befinden, denn dazu müsste man wieder seine Beine in Anspruch nehmen. Also fährt man lieber eine halbe Stunde durch die Innenstadt, verpestet die Luft mit den Abgasen und stellt sich dann manchmal auch in eine Einfahrt.
Wenn jemand dort hinein will, soll er doch einfach hupen. Genau das passiert dann so hundert Mal am Tag und über der Stadt schwebt ein einziges Hupkonzert.
Am Interessantesten sind die „Vigili urbani“, die eigentlich den Verkehr und die Ordnung in einer Stadt regeln sollten. Da aber auch sie Sizilianer sind, sehen sie die ganzen Probleme, wenn man Ordnungswidrigkeiten als Probleme bezeichnen will, gelassen. Würden sie ihre Arbeit nach Vorschrift machen, hätten sie bald keine Freunde und vielleicht auch keine Familie mehr. In einer sizilianischen Stadt ist jeder irgendwie miteinander verbunden. Verwandt, befreundet, der Freund von einem Freund, der Cousin von einem Bekannten, der Schwiegervater einer Bekannten von dessen Freundin, die Freundin von der Cousine einer Freundin usw, usw.
Diskutiert wird viel mit diesen „Vigili“, die mir richtig leidtun. Manchmal müssen sie eben Strafzettel verteilen, denn irgendwie brauchen auch sie ein Erfolgserlebnis, bzw. müssen ihren Vorgesetzten belegen, dass sie ihrer Arbeit nachgehen.
„Was soll der Strafzettel“, bekommen sie dann schon mal zu hören. „Du kennst doch mein Auto.“Da nimmt man dann in der nahe gelegenen Bar zusammen einen Caffé (Espresso), diskutiert noch eine halbe Stunde und am Ende wird er Strafzettel zerrissen. Ich muss immer bezahlen, da ich weder Verwandte noch Freunde in dieser Stadt aufweisen kann. Und Strafzettel sind teuer: Parken auf Zebrastreifen =75 €, Parken im Halteverbot =55 €, das Überziehen der Parkzeit= 35 €.
Der Sizilianer scheint außerdem seine ganzen Telefonate im Auto während des Fahrens zu erledigen. Obwohl auch hier die Strafe ganz schön gesalzen ist (600 €) hält sich „Niemand“ an das Verbot. Warum auch, wenn doch die Ordnungswächter selbst ihre Telefonate während der Fahrt erledigen.
Sturzhelme scheinen nur ein Accessoire zu sein, welches man an dem Lenkrad befestigt. Obwohl hier die Strafe: Einzug des Fahrzeuges, bedeutet, sehen die Sizilianer dies gelassen. Kontrolliert wird das sowieso nur bei Verkehrskontrollen, und diesen kann man ja gegebenenfalls noch ausweichen. Viel wird auch nicht kontrolliert, denn die Städte wissen mittlerweile schon nicht mehr wo sie die konfiszierten Motorräder und -roller abstellen sollen, denn das Gesetzt schreibt bei Nichtragen des Helmes dieses vor, Die Halden sind voll.
In vielen Städten wird am Samstagnachmittag die Haupteinkaufsstraße für den Verkehr gesperrt und als Fußgängerzone ausgewiesen. Wer dann als Fußgänger die Fahrbahn benutzt, muss trotzdem wachen Auges sein, weil Autofahrer nicht einsehen, dass diese Straße nun für sie nicht mehr befahrbar ist. Und die „Vigili“ schauen sich derweil die Auslagen der Geschäfte an.
Sie sind eben auch nur Menschen, diese Sizilianer.
Sizilianer sind auch nur Menschen (Teil 2)
(Verkäufer)
Um ganz Sizilien zu sehen und zu entdecken reicht ein normaler Urlaub von 2 oder 3 Wochen nicht aus. Man beschränkt sich als normaler Tourist auf die, in den Reiseführern beschriebenen Sehenswürdigkeiten und hetzt von einer Stadt zur anderen. Ich habe das Glück mehrere Monate im Jahr hier verbringen zu können und habe somit genug Zeit auch Dinge mir anzusehen, die in keinem Reiseführer beschrieben sind. Heute jedoch möchte ich von einem Ausflug nach Caltagirone berichten. Diese Stadt, die über die Insel hinaus berühmt ist für ihre Majolika, liegt im Landesinneren. Wir fahren also von Acireale aus am frühen Morgen los. Nachdem wir die Hektik rund um Catania hinter uns gelassen haben, fahren wir vorbei an endlos weiten Feldern, auf denen Kühe und Pferde grasen. Ziegen und Schafherden sind noch wesentlich mehr zu bestaunen. (Aus deren Milch wird der unter andere wohlschmeckende Ricotta (Frischkäse) hergestellt.) Nach gut 1 1/2 Stunden sind wir dann in Caltagirone angekommen und finden auch sofort einen Parkplatz. Und Glück hatten wir noch dazu, dass es einer war, der kostenlos benutzt werden kann. Wir schlendern also durch die Stadt und bestaunen die vielen Geschäfte in deren Auslagen die Majolika zu bestaunen ist. Zum Glück fragte mich mein Mann bei jedem Gegenstand den ich in die Hände nahm, wozu ich das denn gebrauchen könne. (Ich hab nämlich die ganze Wohnung voll, von dieser Majolika) Also stelle ich alles wieder zurück in die Regale und wir schauten uns in der Stadt weiter um. An der berühmten Freitreppe Santa Maria del Monte, erbaut 1606, die 142 Stufen aufweist und 1954 mit handgemalter Keramik verkleidet wurde und die die Geschichte der Keramik-Erstellung zeigen, betrat ich eine Kirche (Santa Maria del Monte). Im Eingangsbereich der Kirche befand sich unter anderem eine kleine Ausstellung mit dem Titel: Kunsthandwerk aus Caltagirone. Der Erlös des Verkaufes wird für die Renovierung eben dieser Kirche benutzt. Mein Blick ging sofort zu kleinen Putten, die in einer Vitrine ausgestellt waren. Da ich eine leidenschaftliche Sammlerin von Puttenfiguren bin, konnte ich hier nun nicht daran vorbei gehen, ohne eine dieser kleinen, süßen Figuren zu erwerben. Ich entschied mich für eine kleine, mit Goldfarbe überzogene Putte und fragte nach dem Preis. 15€..., das lag noch im Rahmen meines Budgets für diesen Tag und ich entschied mich zuzugreifen. Die Verkäuferin sagte mir noch, dass sie diese Figur auch original verpackt habe und griff unter den Verkaufstisch, nahm die Schachtel und tat sie in eine kleine Tüte. Glücklich über meinen Erwerb verließ ich die Kirche und wir schlenderten weiter durch den wunderschönen Stadtpark, in dem man vergessen konnte, dass man sich inmitten einer Stadt mit viel Lärm und Verkehr befindet. Am Abend, zu Hause angekommen, wollte ich meine Errungenschaft (Putte aus Caltagirone) sofort zu den anderen Putten in meiner Vitrine aufstellen und glaubte meinen Augen nicht zu trauen, als ich das Etikett auf der Verpackung las: Made in China
Sizilianer sind auch nur Menschen (Teil 3) (Wochenmarkt)
Ich liebe es, am Samstagmorgen, auf den Wochenmarkt zu gehen. Das Angebot reicht von Schuhen (für Frauen sehr wichtig), über Handtaschen, Kleidung und Krimskrams, bis hin zu Obst und Gemüse. Um den ganzen Wochenmarkt in Acireale besuchen zu können, braucht man gut 2 Stunden. 1. weil er so groß ist, und 2. weil viele, viele Menschen ihn besuchen. Man braucht viel Geduld, um sich einen Weg durch die Menschenmassen zu bahnen, denn auf den Markt kommt man nicht nur um einzukaufen, sondern man trifft viele Freunde und Bekannte. Das ist auch der Grund, warum der Menschenfluss ständig ins Stocken gerät. Menschentrauben, die in den schmalen Durchgängen ein Durchkommen gänzlich verhindern, trifft man fast vor jedem Stand. Hier wird heiß über Politik, Privates usw. diskutiert. Will man sich vorbei drängeln, muss man achtgeben, dass man keine Stupse abbekommt, denn der Sizilianer unterstreicht seine Meinung kräftig mit gestikulierenden Händen. Ganz schlimm ist es, wenn sich Frauen treffen, die, natürlich mit ihren Kindern, sich über diese unterhalten. Da wird die Kleidung der Kleinen bestaunt, und da die Kinder nun mal kleiner sind wie Erwachsene, wird sich zu ihnen hinunter gebückt, was natürlich in den schmalen Durchgängen noch mehr Platz einnimmt. Die Kinderwagen stehen quer im Gang und über die Füße wird einem damit auch schon mal gefahren. Die Kinder fangen an zu schreien, da sie sich von den Menschenmassen, die sich um sie herum befinden, eingegrenzt werden und der Himmel für sie kaum noch zu sehen ist. Sie fangen an zu weinen und zu schreien und zu diesem Geräuschpegel gesellen sich dann noch die Schreie der Händler. Sie preisen ihre Waren an, wobei einer versucht den anderen zu übertreffen. Eng aneinander stehen die verschiedenen Verkaufsstände und oftmals gibt es zwischen den Händlern Streit, wegen ein paar Zentimetern, die manch einer dem anderen weggenommen hat. Ein harter Kampf, der einen Händler schon mal dazu verleiten lies, einen Baum in der Nacht zu fällen, um einen halben Meter mehr an Verkaufsfläche zu gewinnen. Nachts rückte er mit einer Motorsäge an und glaubte, dass am nächsten Tag niemandem auffallen würde, dass da mal ein Baum gestanden hat. Er irrte sich, denn seinen Nachbarn ist das nicht verborgen geblieben und sie riefen die Polizei. Der Händler stellte sich dumm. Viel musste er sich da nicht anstrengen, denn dumm war er, hatte er die Motorsäge doch noch in seinem Transporter liegen und seine Hosen waren voller Späne.
Sizilianer sind auch nur Menschen (Teil 4)
(Verkäufer)
Endlich war es soweit. In unserem kleinen Dorf hatte man sich endlich dazu entschlossen, die Hauptstraße zur Einbahnstraße zu machen. Auf dieser Straße herrschte davor das absolute Chaos. Da auf Sizilien das Parken in zweiter Reihe üblich ist, kamen weder Busse noch LKWs durch diese Straße. Ständig wurde gehupt und jeder, aber auch wirklich jeder, regte sich darüber auf. Nun muss ich noch dazu schreiben, dass sich in dieser Straße die Post, die Kirche und der Metzger genau nebeneinander befinden. Wer also zur Post will muss hier parken, wer zum Metzger will muss hier parken usw. Die Straße ist sehr eng, da es ja nun mal eine Dorfstraße ist und jeder der nach Acireale oder zur Autobahn will muss auch hier durch. Außerdem liegt an dieser Straße auch noch der Dorfplatz, wo sich die Jugendlichen oder die älteren Männer zum Plausch treffen. Jeder war glücklich darüber, dass nun endlich ein wenig Ordnung in dem kleinen Dorf einkehren sollte. Die Einbahnstraßenregelung wurde für gut drei Wochen von den Bewohnern akzeptiert, doch dann, Tag für Tag, war es genau wie vorher. Warum soll man denn einen Umweg von ungefähr 1 km fahren, wenn man zum Metzger, Post oder Kirche will. Anwohner dieser Straße, die eigentlich die Einbahnstraße forciert hatten, halten sich vom ersten Tag nicht daran. Selbst die Verkehrspolizei, die in den Hauptverkehrszeiten am Anfang der Einbahnstraße steht, stellt ihren Wagen entgegen gesetzt der Straße ab. Also, warum soll sich der normale Bürger an die Verkehrsegeln halten. Selbst mit meinen Mann habe ich heiße Diskussionen darüber, denn wenn er aus der Ausfahrt unseres Grundstückes fährt, biegt er schon mal verbotswidrig nach links, weil: Für 300 Meter einen Umweg von 5 Minuten fahren, wäre ja wohl übertrieben. Aber wie gesagt: